Trainingslager für Triathlonanfänger

Um meine Form für den Ironman in Frankfurt noch etwas auszubauen, habe ich dieses Jahr mal geplant mal in ein Triathlontrainingslager zu fahren. Also schnell mal im Internet geguckt, etwas rumgefragt und dann bei Hannes Hawaii Tours nachgefragt. Nach etwas hin und herschreiben, habe ich mich dann für das zwei Wochen Mallorca Paket entschieden. Und im März war es dann soweit.

Am 09.03.2013 ging es dann los und ich bin von Münster nach Mallorca geflogen. Bevor es aber soweit war mussten so einige Hürden genommen werden. Wie krieg ich mein Rad verpackt, wo bekomme ich genug Trainingsverpflegung her (Gels etc.) und vor allem was nehme ich alles mit.
Die Transportfrage von meinem Rad habe ich mit einer geliehenen Radtasche gelöst. Optimal um ein Rad zu transportieren und noch viel Platz für Klamotten die vielleicht nicht mehr wirklich in den Koffer passen. Ich habe zum Beispiel meine ganzen Laufschuhe, Helm, Radzubehör, Gels, Radschuhe usw. in die Tasche gepackt. Wenn Ihr noch keine Radtransporttasche habt, kann ich Euch die Scott Bike Classic Transport Bag Fahrradtasche (zu kriegen bei bike24) empfehlen. Die habe ich mir geborgt und habe mein Rad heile hin und zurück bekommen und ich hatte genügend Platz für oben genanntes Material. Was mir sehr geholfen hat beim verpacken des Rades waren die Tipps von RoadBike und aus dem Buch triathlon knowhow: Radfahren. Für das verpacken solltet Ihr etwas Geduld mitbringen. Ich war etwas angenervt als ich versucht habe mein Rad zu verpacken. Das war ein ganz schönes Gefummel. Und achtet darauf das ihr alles ordentlich polstert, wenn ihr nicht wollt das euer geliebtes Rad irgendwelche Macken abkriegt. Für den Rahmen habe ich zum Beispiel Rohrisolierung aus dem Baumarkt genommen und das Schaltwerk habe ich mit Luftpolsterfolie gepolstert. So ist alles heile geblieben.

Als das Rad dann verpackt war, kam mein Koffer dran. Und ich kann euch sagen, das Rad war nix dagegen. Meine Güte, was nimmt man denn alles mit für zwei Wochen Sport? Genug Sportkleidung, ja sicher. Aber was? Kurze Sachen, lange Sachen. Das Wetter auf Mallorca ist im März noch nicht ganz beständig. Wenn lange Sachen, nehme ich dann Thermo Sachen mit? Wird es wirklich so kalt? Und so habe ich erst einmal alle Sportsachen die ich hatte aus meinem Schrank gekramt und die dann sortiert und schon mal zum Koffer gelegt. Rein packen wollte ich später.
Was nimmt man noch mit? Ein paar normale Sachen braucht man ja auch. Lange Hose für das Buffet abends. Kurze Sachen für Ruhetage. Tja, so habe ich dann erst einmal alles zusammen gesucht und dann versucht den Koffer zu packen….. Versucht! Genau! Der erste Versuch zeigte mir schnell das ein Koffer auch nur ein begrenztes Aufnahmepotential hat und so mussten die ersten Sachen aus dem Koffer heraus. Das habe ich dann solange gemacht, bis ich den Koffer zugekriegt habe. Ich hasse Koffer packen!
Aber irgendwann war alles verpackt und ich konnte dann endlich schlafen gehen. Ich musste ja fit für den nächsten Tag sein.
Am nächsten Tag wurde ich dann von einem Freund zum Flughafen gebracht, weil mit meinem Polo hätte ich Schwierigkeiten bekommen alles zu transportieren.

Am Flughafen angekommen, habe ich das ganze Gepäck aufgegeben und dann ging es auch los.

Auf Mallorca angekommen, wurde ich dann von Manuel abgeholt. Einem Guide von Hannes Hawaii Tours. Der hat dann alle Teilnehmer dann in Empfang genommen und dann ging es mit dem Bus ins Hotel nach Cala Ratjada. Ein Hotel das eine Kooperation mit HHT eingegangen ist und es dementsprechend recht Triathleten freundlich eingerichtet hat.
Im Hotel angekommen wurden uns unsere Zimmer zugewiesen. Ach jaaaaa… ich kriege ja jetzt einen Zimmerpartner für zwei Wochen. Oh… Da bin ich gespannt. Hoffentlich nicht so ein extremer Triathlet. Im Zimmer angekommen war mein Zimmerpartner nicht da. Material schon, aber keiner der dazu gehört. Okay, dann erst einmal auspacken. Irgendwann kam dann auch der Micha und ich war erst einmal entspannt. Machte einen netten Eindruck. Glück gehabt.

Tja und dann ging das Trainingslager auch los. Abends war ein Treffen um alles erst einmal erklärt zu bekommen. Wie das Training abläuft, worauf man achten soll und das man am Anfang nicht übertreiben soll. Man will das Trainingslager ja nutzen um fit zu werden und nicht um sich kaputt zu trainieren.
Dann durften wir uns noch in Listen eintragen, für den nächsten Tag, in welcher Radgruppe man fahren möchte. Mir lagen noch die Worte in den Ohren, nicht am Anfang übertreiben, ruhig angehen lassen…. Auf den Listen standen die Durchschnittsgeschwindigkeiten drauf und man musste sich halt selbst einschätzen, welches Tempo man fahren will. 21-23 km/h… Pah zu langsam, 23 -25 km/h? Awat, ich muss ja fordern. Also in die 25 – 27 km/h Gruppe eingetragen. Hmmm, zuhause fahr ich auch den Schnitt, das klappt schon.

Nächster Morgen
Um 07:30 Uhr ging das Training los mit der ersten Schwimmeinheit. 2,6 km in einer Stunde. Das war schon nett, vorm Frühstück. Etwas kalt, aber es war okay. Dann ging es zum Frühstück und anschließend auf’s Rad.
Ja, das Rad fahren am ersten Tag….. Das wird mir wohl mein Leben lang in Erinnerung bleiben. Es sollte eine entspannte Einroll-Tour werden, hab ich gedacht. Schon beim los fahren habe ich bemerkt, das meine Mitfahrer alle wohl etwas fitter auf dem Rad waren. Dementsprechend war das warm fahren für mich schon wie ein gefühlter Wettkampf. Mein Puls war nach den ersten Kilometern schon in Bereichen die garantiert nicht für ein einrollen gedacht waren.
Dann hatte ich wohl ganz vergessen, dass auf Mallorca auch ein „paar“ Berge sind. Die hatte ich in meine Durchschnittsgeschwindigkeit nicht mit eingerechnet. So war ich nach dem Hausberg schon recht angestrengt und wir waren beim Einfahren… Oh mein Gott… wo wird das enden? Tja und dann nahm das Schicksal seinen Lauf, oder sollte ich sagen, irgendwer hatte Mitleid mit mir? Bei einem Anstieg, hatte ich den ersten Defekt. Kette ist abgesprungen. Also runter vom Rad, Kette drauf, weiter gefahren. Die Jungs mit denen ich mitgefahren bin, waren alle total heiß auf die Radtour und dementsprechend wurde dann auch das Tempo langsam aber sicher angezogen. Kurze Zeit später… „DEFEKT!“ Meine Kette ist wieder abgesprungen. Mist! Hatte sich was verzogen auf dem Flug hierher? Also Kette wieder drauf gemacht und wieder ging es weiter.
Beim dritten Mal wurde es einem meiner Mitfahrer zu bunt und der hat sich dann meine Schaltung fix vorgenommen, bisschen was eingestellt und weiter gings… Bis zu einer Steigung. Da sind meine Trainingspartner gefühlt den Berg hoch geflogen und ich habe mich da brutalst hoch quälen müssen. Verdammte Selbstüberschätzung! Naja, aber mein Rad meinte es gut mit mir. Kurze Zeit später war die Kette wieder ab und unser Guide hielt es dann doch für besser wieder zurück zu fahren. So wurden aus geplanten 75 Kilometern, mal eben 58 und  meine Mitfahrer waren dementsprechend begeistert. So findet man Freunde 😉

Abends war dann noch etwas Stabi und Athletik angesagt und danach war ich auch fix und alle. Hab mir nur noch den Vortrag fix angehört und dann bin ich ins Bett und habe geschlafen wie ein Stein.

Die nächsten Tage verliefen dann aber besser. Ich habe mich in eine etwas langsamere Gruppe eingetragen und von da an ging es sehr gut.

SAMSUNG CSCAm 14.03. hatten wir dann auf dem Plan stehen, dass wir Kraft am Berg Training machen. Hm noch mehr Bergtraining? Hier sind nur Berge. Naja lass ich mich überraschen.
Morgens ging es dann erst raus und wir haben eine Stunde Lauf-ABC gemacht und dann ging es nach dem Frühstück zum Bergtraining. Das Bergtraining bestand daraus das wir einen Berg hochgefahren sind im dicksten Gang und das mussten wir 3-4 Mal machen. Alter Schwede, das war echt anstrengend. Beim dritten Mal Berg hochfahren wurde es etwas unangenehm, da es anfing zu hageln. Da macht das nicht soviel Spaß und wir mussten ja noch einmal den Berg hoch. Also Zähne zusammen gebissen und ab ging es. Die Abfahrt war echt kalt und ich wollte nur noch heim. Unten am Berg angekommen, wurden wir von unserem Guide empfangen und der hat dann auch direkt gesagt das es zurück zum Hotel geht.
Im Hotel angekommen, ging es direkt heiß duschen, Kaffee trinken und das war es dann auch für den Tag.

Tags darauf haben wir eine etwas längere Tour auf dem Plan gehabt. Ich kann euch sagen, meine Beine waren echt schwer vom Tag zuvor und die ersten 10 Kilometer waren echt hart. Aber danach ging das eigentlich ganz gut wieder und am Ende sind wir dann um die 90 Kilometer gefahren. Anschließend noch ein Koppellauf und dann war schon wieder Feierabend.

16.03.
Heute sollte etwas „besonderes“ auf dem Plan stehen. Anstatt einer Stabi-Einheit stand Ballet auf dem Plan. Wir hatten jemanden dabei von irgendeinem Theater/Oper keine Ahnung was und die hatte sich angeboten mit uns ein wenig Ballet zu tanzen. Ich hatte nicht unbedingt Lust dazu, aber ließ mich überreden. Naja, so hatten wir dann unsere Ballet Stunde und ich war froh als es vorbei war. 😉

17.03.
Koppeltraining stand heute auf dem Plan. 3 x 20 km Rad fahren und 3 x 2 km Laufen hieß das. Ich kann euch nur empfehlen das in euer Training mit einzubauen. Ist zwar anstrengend aber macht voll Laune. Und besonders wenn das so gut organisiert ist, wie bei HHT.

SSAMSUNG CSCo vergingen die Tage bis zum 21.03. Denn dann kam der Küstenklassiker. Ich kann euch sagen, das war eines der schönsten Radtouren die ich jemals erlebt habe. 172 km und 2800 Hm. Aber jeder Kilometer ein Erlebnis. Die Aussicht, die Strecke,  die Dörfer durch die wir gefahren sind, die Abfahrten. Es war einfach unglaublich schön. Also jedem von euch, die auf Mallorca mal eine Radtour machen wollen, kann ich nur den Küstenklassiker empfehlen. Traumhaft!
22.03.
Heute war schon unser letzter Tag. 🙁 Wir haben dann noch eine kleine Schwimmeinheit gemacht, sind noch eine entspannte Runde Rad gefahren und abends dann nochmal 12,5 Kilometer gelaufen und damit war das Trainingslager auch schon um. Abends wurde dann noch einmal ordentlich gefeiert und haben den Tag entspannt ausklingen lassen. Denn am nächsten Morgen ging der Flieger wieder Richtung Heimat.

Mein Fazit aus den zwei Wochen Trainingslager. Es lohnt sich. Auf jedenfall. Ich habe durch das Trainingslager erst einmal gelernt, wie man strukturiert trainieren sollte, habe viele super nette Menschen kennengelernt, die die gleiche Leidenschaft teilen und es bringt einem auch Leistungstechnisch etwas. Deswegen hoffe ich das ich nächstes Jahr wieder dabei sein kann. Vielleicht auch mal Fuerte Ventura.
Solltet Ihr also mal über ein Trainingslager nachdenken. Dann kann ich euch Hannes Hawaii Tours auf alle Fälle empfehlen.

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