Darf ich vorstellen…..

Tobi….. Ironman !

Unglaublich aber wahr, ich habe es geschafft. Ich bin ein Ironman.

Am 07.07. 2013 war es soweit, der Ironman in Frankfurt und ich war dabei. Ich versuche jetzt einfach mal meine Erfahrung nieder zu schreiben, obwohl ich es immer noch nicht fassen kann. 3,8 km schwimmen, 180 km Rad fahren und ein Marathon laufen (42,195 km). Wer macht sowas?! Anscheinend genug Verrückte, denn ich war nicht allein am Start. Insgesamt waren 2600 Athleten in Frankfurt am Start.

Eine Woche vorher war ich schon so unglaublich aufgeregt, ich konnte mich kaum noch konzentrieren. Dieses Ereignis hat so mein Leben bestimmt. Jeder Gedanke den ich hatte drehte sich um den Ironman. Hab ich genug trainiert, wie mach ich das mit der Verpflegung, wann mache ich was, wie teile ich meine Kräfte ein, schaff ich das? Es war unglaublich. Bei den letzten Trainingseinheiten habe ich geglaubt, mit dem jetzigen Stand werde ich das bestimmt niemals schaffen. Das war eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Auf der einen Seite habe ich mich unglaublich darauf gefreut das es los geht, auf der anderen Seite hatte ich echt Angst vor diesem Event.

Aber ich glaube das ist normal. 226 km mit dem Körper zu schaffen ist ja schon etwas was man nicht unbedingt regelmäßig macht und es erging vielen Athleten, mit denen ich mich unterhalten habe, genauso wie mir.

Jetzt mal ein bisschen was zum Wettkampf. Am Freitag bin ich nach Frankfurt um mir die Wettkampfbesprechung anzuhören und um schon einmal im Hotel einzuchecken und mich schon mal vorab schon etwas zu informieren. Bei der Wettkampfbesprechung die Überraschung Mike Reilly die Stimme von Ironman wird kommentieren und die magischen Worte beim Zieleinlauf rufen…. YOU ARE AN IRONMAN!
Alleine dafür musste ich es schaffen.

Gut dann noch schnell die Unterlagen geholt, bisschen die Messe abgeklappert und dann zurück zum Hotel. Am nächsten Tag musste dann noch das Rad eingecheckt werden und dann hieß es warten. Gott sei Dank war meine Familie schon am Samstag angereist, so war ich etwas abgelenkt und ich musste nicht ständig an den morgigen Tag denken, obwohl die Stimmung schon sehr gespannt war. Relativ früh am Abend bin ich dann auch zurück ins Hotel um früh ins Bett zu kommen um 03:45 Uhr war die Nacht wieder um. Erstaunlicherweise konnte ich recht gut schlafen.

 

03:45 Wecker klingelt
Es war soweit. Ironman. Kein zurück mehr. Ich habe mich also frisch gemacht, Klamotten angezogen und runter zum Frühstück. Frank, den ich am Vortag kennengelernt habe, saß schon am Frühstückstisch. Ich hab mich dazu gesetzt, schnell noch etwas gefrühstückt (ein Brötchen, Kaffee, Banane) und dann wieder ins Zimmer um zum gefühlten 300sten Mal den Kleidungsbeutel zu prüfen. Hatte ich alles dabei, Aquaman Neo, Pulsuhr, Sonnencreme… Alles da. Wie gestern auch schon. Und dann kam der Bus.

05:17 Busabfahrt
Mit dem Bus sind wir zum Langener Waldsee gefahren worden oder besser gesagt in die Nähe. Ein gutes Stück war noch zu gehen. Angekommen in der Wechselzone ging es dann zum Rad um die Reifen aufzupumpen und um sich vorzubereiten. Neben mir waren noch ein paar Ironman Anfänger, so konnte man sich schon etwas austauschen. Essenstaktik, wie lange man dabei ist und so weiter.
Jetzt noch schnell die Pulsuhr in den Radwechselbeutel bringen und aufs Dixie…. Tja… Dixie…. Das war etwas eingeschränkt. Es waren etwas wenig Dixies in der Wechselzone vorhanden und dementsprechend lang war die Schlange. Tja, dann halt nicht. Durchhalten. 😀

06:35 Zum Wasser
Nachdem alles vorbereitet war, bin ich mit Christian, auch einem Ironman Anfänger zum See runter gegangen. Die Spannung war unerträglich. Noch einmal zur Powerbar Flasche am anderen Ufer geschaut und wieder festgestellt,  dass die verdammt weit weg ist. Meinen Aquaman aDN  zu gemacht, und ins Wasser gegangen. Jetzt gab es kein Zurück mehr.

06:45 Profi Start
Die Profis sind eine viertel Stunde eher mit ungefähr 350 Altersklasseathleten gestartet. Im Umkehrschluss hiess das. 15 Minuten, dann geht es für mich los.

0418_004705_small07:00 START!!!
Mit einem  Pistolenschuss ging es los. Endlich! Jetzt würde sich zeigen ob sich mein Training gelohnt hat. Unglaublich wie so ein Massenstart abgeht. Bis ich meinen Rhytmus gefunden hatte verging eine gefühlte Ewigkeit. Überall Arme, Beine, Gedränge und Tritte…. Das war echt heftig. Aber nachdem ich dann endlich etwas Platz gefunden hatte, ging es erstaunlich gut und ich kam gut voran. Ich hatte ja gedacht das längste Stück wäre der Weg zur Powerbarflasche, aber irgendwie war das nicht der Fall. Endlich bei der Pulle angekommen, ging es um die Boje und das Stück kam mir dann wieder vor wie eine Ewigkeit. Egal weiter, dann kam auch schon der Landgang, jetzt nur aufpassen nicht zu hektisch daraus zu kommen, Krampfgefahr. Und schon war ich wieder im Wasser. Zu wissen ich hatte das längere Teilstück schon geschafft, gab mir ein verdammt gutes Gefühl. Würde ich die 3,8 km wirklich packen und mich gleich aufs Rad setzen?
Und dann kam auch schon der Strand, unglaublich. Ich hab die Schwimmstrecke geschafft. Allein da war ich schon unendich glücklich und ich muss sagen ich fühlte mich gut. Ich denke auch es lag mit an meinem Neo. 😉 Dafür muss ich mich bei Aquaman noch bedanken. TOP Teil der aDN auch auf der Langstrecke. Tausend Dank dafür das ich ihn im Innovationsteam tragen darf. Oben auf dem Berg angekommen, zeigte die Uhr 01:40:00 an. Okay hab ich gedacht, ist in der fast erwarteten Zeit. Dachte ich wäre etwas schneller gewesen. Hinter sollte sich herausstellen, das das die Bruttozeit war und ich nur 01:24:44 gebraucht habe. BOOOOMMMMM!!!! Eine Toppzeit für mich. 😀

0418_01159508:35 Radtour
Nach ungefähr 10 MINUTEN in der Wechselzone, keine Ahnung was mich da solange aufgehalten hat, ging es dann endlich aufs Rad. 180 Kilometer Rad fahren. Warum macht man sowas noch mal? Naja, gut. Schwimmen hatte ich geschafft, also wage ich mich an die nächste Disziplin. Was anderes blieb mir auch garnicht übrig. Also rauf aufs Rad und den gelben Pfeilen gefolgt. Am Vortag habe ich mir sogar Sorgen gemacht ob ich die Strecke finde. :O
Die Ironman Strecke ist echt unglaublich schön, mir hat die echt Spaß gemacht, wären da nicht zwischen durch die „kleinen Berge“. Aber egal, Augen zu und durch. Was mich total beeindruckt hat, war der Support der Menschen unterwegs. Über all wurde man angefeuert. Es wurde gejubelt und gefeiert. Der Hammer! Man kam sich echt vor wie ein Profi. Aber das absolute Highlight war für mich am “Heartbreak-Hill”. Diese Stimmung und das anfeuern werde ich niemals vergessen. Alleine jetzt wo ich das schreibe, läuft mir ein Schauer über den Rücken.
Ganz großartig war auch der Support der Helfer. An die, falls das hier jemand liest, ein recht herzlichen Dank. Applaus, Applaus!
Falls sich jemand fragt, wie motiviert man sich auf der Strecke? Ich habe mir einfach meine Uhr zur Motivation genommen. Die ist so eingestellt das die alle 10 km piept und mir die Rundenzeit angibt. 18 Mal piepen und ich bin durch. Das hat mir echt geholfen. Klingt weniger wie 180 km Rad fahren. 170 km Radfahren. 160…….
Nach 06:36:06 war das Rad fahren dann auch geschafft und dann kam noch der „kleine“ Lauf von 42,195 km.

0418_09326615:11 Lauf Tobi, Lauf
So, 183,8 km geschafft. Jetzt nur noch der Marathon. Ich kann euch sagen, der Lauf am Ende ist wirklich nur noch reine Willenssache, der Kopf sagt schon beim Rad fahren ab und an, können wir nicht eine Pause machen… sitzen wäre jetzt schön…. aber in der Wechselzone zum Lauf ist es nur noch der Wille der Dich antreibt. Ich habe mich nach der Radtour echt noch gut gefühlt und hatte auch das Gefühl ein paar Kilometer werden gar kein Problem, aber irgendwann ist mal ein Punkt, wo Du nur noch mit Dir kämpfst. Die erste Runde ging echt noch sehr gut. Gefühlt. Den meisten Antrieb haben mir meine Fans (Familie und Freunde) gegeben. Als ich die gesehen habe und gesehen habe wie die sich freuen, das hat mir unendlich viel Kraft gegeben. Ich musste einfach weiter machen. Ich war jetzt soweit gekommen. Ich durfte einfach nicht aufgeben.
Runde Zwei wurde schon härter. Da hat mein Kopf schon sehr daran gearbeitet mich zu boykottieren, aber mein Wille wollte diese Runde noch laufen. Also bin ich die zweite Runde auch noch gelaufen.
Runde Drei war mit das Schlimmste was ich bisher beim Sport erlebt habe. Ich hatte Magenkrämpfe vom ganzen Gel, mein Körper wollte langsam aber sicher anfangen zu krampfen und ich dachte jetzt ist es bald aus. Aber mein Wille zwang mich weiter zu machen. Ich hatte da nur noch das Ironmanziel vor Augen. Ich wollte, nein ich musste Ironman werden. Also, Salz zu mir genommen, Cola getrunken, zwischendurch etwas gegangen und weiter. Jeden Schwamm, jede Kühlungsmöglichkeit mitgenommen, nur weiter. Auch hier waren wieder die Helfer super Motivatoren. „Los Junge, Du schaffst das….“

Und dann die letzte Runde. Runde Vier. Ich bin mehr gegangen als gelaufen. Mein Körper war fix und fertig. Ich wollte einfach nur noch ins Ziel. Und ihr könnt Euch nicht vorstellen, wie großartig da alles zusammen gehalten haben, jeder hat jedem gut zugesprochen, motiviert nur noch ein kleines Stück zu laufen. Es war ja nicht mehr weit. Die letzten 3 Kilometer bin ich dann noch mit jemandem mitgelaufen, wir haben uns gegenseitig angespornt… „nur noch 3 Kilometer, dann haben wirs gepackt, gleich sind wir durch…“ Und dann kam die letzte Abbiegung, der Weg hoch zum Römerberg und dann konnte ich schon das Ziel sehen. Die Menschen wie Sie mich anfeuerten, meinen Familie auf der Tribüne, meine Freunde an der Seite… Ich konnte nicht anders, ich musste die Arme hochreißen und hätte fast geheult vor Glück und dann kamen Sie, die Worte auf die ich so hingefiebert habe……….“YOU ARE AN IRONMAN“……

Ich hatte es geschafft! Ich habe wirklich den Ironman geschafft! Allein jetzt, wo ich hier sitze und das nieder schreibe, kann ich es immer noch nicht fassen. Kurzer Griff an die Medaille und es ist real.

Ich bin ein Ironman…..

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