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10 Tipps für Dein Triathlon Winter Training

10 Tipps für Dein Triathlon Winter Training

Sieger werden im Winter gemacht, so sagt die alte Trainingsweisheit.

Aber was heißt das für Dich?

Deine Triathlon Saison neigt sich langsam dem Ende zu. Alle Höchstleistungen sind erbracht und Du hast vielleicht auch Deine erste Volksdistanz gefinisht.

Ein gutes Gefühl, oder?

Aber wie geht es weiter? Weiterlesen

Darf ich vorstellen…..

Tobi….. Ironman !

Unglaublich aber wahr, ich habe es geschafft. Ich bin ein Ironman.

Am 07.07. 2013 war es soweit, der Ironman in Frankfurt und ich war dabei. Ich versuche jetzt einfach mal meine Erfahrung nieder zu schreiben, obwohl ich es immer noch nicht fassen kann. 3,8 km schwimmen, 180 km Rad fahren und ein Marathon laufen (42,195 km). Wer macht sowas?! Anscheinend genug Verrückte, denn ich war nicht allein am Start. Insgesamt waren 2600 Athleten in Frankfurt am Start.

Eine Woche vorher war ich schon so unglaublich aufgeregt, ich konnte mich kaum noch konzentrieren. Dieses Ereignis hat so mein Leben bestimmt. Jeder Gedanke den ich hatte drehte sich um den Ironman. Hab ich genug trainiert, wie mach ich das mit der Verpflegung, wann mache ich was, wie teile ich meine Kräfte ein, schaff ich das? Es war unglaublich. Bei den letzten Trainingseinheiten habe ich geglaubt, mit dem jetzigen Stand werde ich das bestimmt niemals schaffen. Das war eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Auf der einen Seite habe ich mich unglaublich darauf gefreut das es los geht, auf der anderen Seite hatte ich echt Angst vor diesem Event.

Aber ich glaube das ist normal. 226 km mit dem Körper zu schaffen ist ja schon etwas was man nicht unbedingt regelmäßig macht und es erging vielen Athleten, mit denen ich mich unterhalten habe, genauso wie mir.

Jetzt mal ein bisschen was zum Wettkampf. Am Freitag bin ich nach Frankfurt um mir die Wettkampfbesprechung anzuhören und um schon einmal im Hotel einzuchecken und mich schon mal vorab schon etwas zu informieren. Bei der Wettkampfbesprechung die Überraschung Mike Reilly die Stimme von Ironman wird kommentieren und die magischen Worte beim Zieleinlauf rufen…. YOU ARE AN IRONMAN!
Alleine dafür musste ich es schaffen.

Gut dann noch schnell die Unterlagen geholt, bisschen die Messe abgeklappert und dann zurück zum Hotel. Am nächsten Tag musste dann noch das Rad eingecheckt werden und dann hieß es warten. Gott sei Dank war meine Familie schon am Samstag angereist, so war ich etwas abgelenkt und ich musste nicht ständig an den morgigen Tag denken, obwohl die Stimmung schon sehr gespannt war. Relativ früh am Abend bin ich dann auch zurück ins Hotel um früh ins Bett zu kommen um 03:45 Uhr war die Nacht wieder um. Erstaunlicherweise konnte ich recht gut schlafen.

 

03:45 Wecker klingelt
Es war soweit. Ironman. Kein zurück mehr. Ich habe mich also frisch gemacht, Klamotten angezogen und runter zum Frühstück. Frank, den ich am Vortag kennengelernt habe, saß schon am Frühstückstisch. Ich hab mich dazu gesetzt, schnell noch etwas gefrühstückt (ein Brötchen, Kaffee, Banane) und dann wieder ins Zimmer um zum gefühlten 300sten Mal den Kleidungsbeutel zu prüfen. Hatte ich alles dabei, Aquaman Neo, Pulsuhr, Sonnencreme… Alles da. Wie gestern auch schon. Und dann kam der Bus.

05:17 Busabfahrt
Mit dem Bus sind wir zum Langener Waldsee gefahren worden oder besser gesagt in die Nähe. Ein gutes Stück war noch zu gehen. Angekommen in der Wechselzone ging es dann zum Rad um die Reifen aufzupumpen und um sich vorzubereiten. Neben mir waren noch ein paar Ironman Anfänger, so konnte man sich schon etwas austauschen. Essenstaktik, wie lange man dabei ist und so weiter.
Jetzt noch schnell die Pulsuhr in den Radwechselbeutel bringen und aufs Dixie…. Tja… Dixie…. Das war etwas eingeschränkt. Es waren etwas wenig Dixies in der Wechselzone vorhanden und dementsprechend lang war die Schlange. Tja, dann halt nicht. Durchhalten. 😀

06:35 Zum Wasser
Nachdem alles vorbereitet war, bin ich mit Christian, auch einem Ironman Anfänger zum See runter gegangen. Die Spannung war unerträglich. Noch einmal zur Powerbar Flasche am anderen Ufer geschaut und wieder festgestellt,  dass die verdammt weit weg ist. Meinen Aquaman aDN  zu gemacht, und ins Wasser gegangen. Jetzt gab es kein Zurück mehr.

06:45 Profi Start
Die Profis sind eine viertel Stunde eher mit ungefähr 350 Altersklasseathleten gestartet. Im Umkehrschluss hiess das. 15 Minuten, dann geht es für mich los.

0418_004705_small07:00 START!!!
Mit einem  Pistolenschuss ging es los. Endlich! Jetzt würde sich zeigen ob sich mein Training gelohnt hat. Unglaublich wie so ein Massenstart abgeht. Bis ich meinen Rhytmus gefunden hatte verging eine gefühlte Ewigkeit. Überall Arme, Beine, Gedränge und Tritte…. Das war echt heftig. Aber nachdem ich dann endlich etwas Platz gefunden hatte, ging es erstaunlich gut und ich kam gut voran. Ich hatte ja gedacht das längste Stück wäre der Weg zur Powerbarflasche, aber irgendwie war das nicht der Fall. Endlich bei der Pulle angekommen, ging es um die Boje und das Stück kam mir dann wieder vor wie eine Ewigkeit. Egal weiter, dann kam auch schon der Landgang, jetzt nur aufpassen nicht zu hektisch daraus zu kommen, Krampfgefahr. Und schon war ich wieder im Wasser. Zu wissen ich hatte das längere Teilstück schon geschafft, gab mir ein verdammt gutes Gefühl. Würde ich die 3,8 km wirklich packen und mich gleich aufs Rad setzen?
Und dann kam auch schon der Strand, unglaublich. Ich hab die Schwimmstrecke geschafft. Allein da war ich schon unendich glücklich und ich muss sagen ich fühlte mich gut. Ich denke auch es lag mit an meinem Neo. 😉 Dafür muss ich mich bei Aquaman noch bedanken. TOP Teil der aDN auch auf der Langstrecke. Tausend Dank dafür das ich ihn im Innovationsteam tragen darf. Oben auf dem Berg angekommen, zeigte die Uhr 01:40:00 an. Okay hab ich gedacht, ist in der fast erwarteten Zeit. Dachte ich wäre etwas schneller gewesen. Hinter sollte sich herausstellen, das das die Bruttozeit war und ich nur 01:24:44 gebraucht habe. BOOOOMMMMM!!!! Eine Toppzeit für mich. 😀

0418_01159508:35 Radtour
Nach ungefähr 10 MINUTEN in der Wechselzone, keine Ahnung was mich da solange aufgehalten hat, ging es dann endlich aufs Rad. 180 Kilometer Rad fahren. Warum macht man sowas noch mal? Naja, gut. Schwimmen hatte ich geschafft, also wage ich mich an die nächste Disziplin. Was anderes blieb mir auch garnicht übrig. Also rauf aufs Rad und den gelben Pfeilen gefolgt. Am Vortag habe ich mir sogar Sorgen gemacht ob ich die Strecke finde. :O
Die Ironman Strecke ist echt unglaublich schön, mir hat die echt Spaß gemacht, wären da nicht zwischen durch die „kleinen Berge“. Aber egal, Augen zu und durch. Was mich total beeindruckt hat, war der Support der Menschen unterwegs. Über all wurde man angefeuert. Es wurde gejubelt und gefeiert. Der Hammer! Man kam sich echt vor wie ein Profi. Aber das absolute Highlight war für mich am “Heartbreak-Hill”. Diese Stimmung und das anfeuern werde ich niemals vergessen. Alleine jetzt wo ich das schreibe, läuft mir ein Schauer über den Rücken.
Ganz großartig war auch der Support der Helfer. An die, falls das hier jemand liest, ein recht herzlichen Dank. Applaus, Applaus!
Falls sich jemand fragt, wie motiviert man sich auf der Strecke? Ich habe mir einfach meine Uhr zur Motivation genommen. Die ist so eingestellt das die alle 10 km piept und mir die Rundenzeit angibt. 18 Mal piepen und ich bin durch. Das hat mir echt geholfen. Klingt weniger wie 180 km Rad fahren. 170 km Radfahren. 160…….
Nach 06:36:06 war das Rad fahren dann auch geschafft und dann kam noch der „kleine“ Lauf von 42,195 km.

0418_09326615:11 Lauf Tobi, Lauf
So, 183,8 km geschafft. Jetzt nur noch der Marathon. Ich kann euch sagen, der Lauf am Ende ist wirklich nur noch reine Willenssache, der Kopf sagt schon beim Rad fahren ab und an, können wir nicht eine Pause machen… sitzen wäre jetzt schön…. aber in der Wechselzone zum Lauf ist es nur noch der Wille der Dich antreibt. Ich habe mich nach der Radtour echt noch gut gefühlt und hatte auch das Gefühl ein paar Kilometer werden gar kein Problem, aber irgendwann ist mal ein Punkt, wo Du nur noch mit Dir kämpfst. Die erste Runde ging echt noch sehr gut. Gefühlt. Den meisten Antrieb haben mir meine Fans (Familie und Freunde) gegeben. Als ich die gesehen habe und gesehen habe wie die sich freuen, das hat mir unendlich viel Kraft gegeben. Ich musste einfach weiter machen. Ich war jetzt soweit gekommen. Ich durfte einfach nicht aufgeben.
Runde Zwei wurde schon härter. Da hat mein Kopf schon sehr daran gearbeitet mich zu boykottieren, aber mein Wille wollte diese Runde noch laufen. Also bin ich die zweite Runde auch noch gelaufen.
Runde Drei war mit das Schlimmste was ich bisher beim Sport erlebt habe. Ich hatte Magenkrämpfe vom ganzen Gel, mein Körper wollte langsam aber sicher anfangen zu krampfen und ich dachte jetzt ist es bald aus. Aber mein Wille zwang mich weiter zu machen. Ich hatte da nur noch das Ironmanziel vor Augen. Ich wollte, nein ich musste Ironman werden. Also, Salz zu mir genommen, Cola getrunken, zwischendurch etwas gegangen und weiter. Jeden Schwamm, jede Kühlungsmöglichkeit mitgenommen, nur weiter. Auch hier waren wieder die Helfer super Motivatoren. „Los Junge, Du schaffst das….“

Und dann die letzte Runde. Runde Vier. Ich bin mehr gegangen als gelaufen. Mein Körper war fix und fertig. Ich wollte einfach nur noch ins Ziel. Und ihr könnt Euch nicht vorstellen, wie großartig da alles zusammen gehalten haben, jeder hat jedem gut zugesprochen, motiviert nur noch ein kleines Stück zu laufen. Es war ja nicht mehr weit. Die letzten 3 Kilometer bin ich dann noch mit jemandem mitgelaufen, wir haben uns gegenseitig angespornt… „nur noch 3 Kilometer, dann haben wirs gepackt, gleich sind wir durch…“ Und dann kam die letzte Abbiegung, der Weg hoch zum Römerberg und dann konnte ich schon das Ziel sehen. Die Menschen wie Sie mich anfeuerten, meinen Familie auf der Tribüne, meine Freunde an der Seite… Ich konnte nicht anders, ich musste die Arme hochreißen und hätte fast geheult vor Glück und dann kamen Sie, die Worte auf die ich so hingefiebert habe……….“YOU ARE AN IRONMAN“……

Ich hatte es geschafft! Ich habe wirklich den Ironman geschafft! Allein jetzt, wo ich hier sitze und das nieder schreibe, kann ich es immer noch nicht fassen. Kurzer Griff an die Medaille und es ist real.

Ich bin ein Ironman…..

BMW Frankfurt Marathon 2012

28.10.2012, 07:00 Uhr

Ein schöner Sonntagmorgen. Der Blick aus Hotelzimmerfenster verspricht das dies ein schöner Tag werden muss. Die Sonne scheint, keine Wolke am Himmel. Was kann es besseres geben? Aber halt! Da war noch was. Ach ja. Ich bin ja nicht zum Vergnügen hier, sondern um in Frankfurt meine Medaille für den gelaufenen Marathon abzuholen. Das Problem daran, zwischen mir und der Medaille liegen noch 42195 Meter. In Worten, Zweiundvierzigtausendeinhundertfünfundneunzig Meter. Das ist ungefähr einmal von Warendorf nach Telgte und zurück.  Zu Fuß! Joggender weise. Wie kam ich noch mal auf diese Schnapsidee?

Naja, zurück zum Thema. Da war ich nun. Samstag angereist um dann in mein Hotel einzukehren. Ich bin im Meininger Hotel gewesen. Ganz in der Nähe vom Messegelände. Also sehr gut gelegen und das Hotel war auch vollkommen in Ordnung. Ich brauchte ja auch nur ein Bett um am nächsten Tag frisch zu sein. Hatte keine Lust, morgens nach Frankfurt zu fahren. Viel zu weit. Und hätte meiner Nervosität bestimmt auch nicht gut getan.

In Frankfurt angekommen, bin ich dann auch nach dem Check-in direkt rüber gegangen zum Messegelände um meine Startunterlagen zu holen. Als ich mich dann endlich zu Recht gefunden hatte, habe ich meine Unterlagen auch recht zügig bekommen. Alles nach Startnummern aufgeteilt, kein langes Warten.  Das war schön und so hatte ich auch noch Zeit etwas über die Messe zu schlendern. MEIN GOTT war das voll. Ich bin dann noch ca. eine Stunde über das Messegelände geschlendert und habe mich dann auf den Weg zurück zum Hotel gemacht. Musste ja noch eine kleine Runde drehen.

Zurück im Hotel, schnell in die Laufklamotten geschmissen und noch eine kleine Muskel-geschmeidig-halten-Runde gemacht. Laut Trainingsplan sollte ich noch eine kleine GA I Runde von 20 -25 Minuten machen. Gesagt, getan. Das war echt ganz schön, noch ein bisschen zu laufen. So konnte ich die Autofahrt verarbeiten, konnte mich noch mal auf den folgenden Tag vorbereiten und so langsam kam ich auch in Stimmung das Abenteuer Marathon zu bewältigen. Ich fühlte mich echt gut. Hatte das Gefühl, jau…. das kannst Du echt packen.

Nach der kleinen Runde bin ich schnell unter die Dusche um dann noch schnell zu schauen, wo ich noch meine Dosis Kohlenhydrate in Form von Nudeln her bekommen konnte. Gut das das Personal im Meininger Hotel sich auskannte und mir dann einen netten Asia Imbiss empfohlen hat. Das MoschMosch. Lag 500 Meter vom Hotel, also zack rüber und eine große Portion gebratene Nudeln mit Hähnchen bestellt. Und ich kann euch sagen. Die Portion war echt groß und echt lecker. Als Nachtisch gab es dann noch Kohlenhydrate Banane im Teigmantel mit Honig.

Voll gefuttert  ab ins Hotel, alles vorbereitet und dann ging es ins Bett. Die Nacht war ganz okay. Wie eine Nacht sein kann, wenn man weiß was einen am nächsten Tag erwartet.

Und dann war er da. Der Marathon Sonntag.  Wie oben schon geschrieben, Wetter war echt schick. Kalt (2 Grad) aber sonnig. Was will man mehr. Also rein in die Klamotten, die erste Portion Chiasamen Gel getankt  und ab zum Frühstück. Schnell was gegessen und dann die Sachen die ich nicht mehr brauchte zum Auto gebracht.

Als alles verstaut war, bin ich rüber zum Messegelände. Ich kann gar nicht beschreiben, wie das Gefühl war. Anspannung, Nervosität, Aufregung, Angst, Zweifel. So ein reiner Gefühlscocktail. Was ist wenn ich es nicht schaffe? Du schaffst das! Und was ist, wenn ich einen Krampf habe? Funktioniert die Zeitnahme auch mit Chipband? Tausende Fragen. Aber jetzt war es zu spät. Jetzt war ich schon mal da. Umdrehen wäre jetzt auch blöd. Auf dem Gelände angekommen, habe ich meine Sachen im Kleiderbeutel verstaut und dann abgegeben.

Auf zum Start. Aber wart mal. Wo ist der Start??? Das kann ich euch als Tipp mitgeben, sucht euch vorher den Weg zum Start. Ihr spart euch echt Nerven. Da das Messegelände ja nicht gerade klein ist, habe ich einfach versucht mich an der Masse zu orientieren und habe dann auch irgendwann den Start gefunden.

VERDAMMT!

Wie viele Leute da waren. Unglaublich. Aus den Lautsprechern kam die Ansage, ausgebucht …. 16038 Teilnehmer…. Hammer. Die wollen alle gleich starten. Jetzt konnte ich auch verstehen warum in 3 Wellen gestartet wurde.

Ich musste bis zum Ende der Startblöcke, da ich neu war und eine Zeit (4:45) angegeben hatte, die  mich im letzten Block qualifizierte. Also ab nach hinten und etwas warm laufen. Das war auch bitter nötig, denn es war echt kalt. 2 Grad und bei uns im Startblock ging ein zügiger Wind. Deswegen bin ich erst einmal Straße rauf, Straße runter gelaufen, bis ich warm war.

Und dann ging alles recht schnell. 10:00 Uhr die Elite startet…..

10:10 Uhr die nächste Welle…..

10:20 Uhr……. das war mein Start…………….

Unglaublich….

8 Wochen Training, reicht das? Kommst Du an? Die ersten Schritte gemacht….. Pulsuhr gestartet nachdem ich durch einen Torbogen gelaufen war….. Doof war nur das das der Startbereich für den Minimarathon war. Gut war, das mir ein Helfer das noch gesagt hat. 😀

Also Pulsuhr noch einmal schnell resettet und dann kam ich am richtigen Start an. Und dann war ich auf dem Weg.

Jetzt gab es kein Zurück mehr. 42195 Meter zu laufen. Umkehren unmöglich. Jetzt galt es. Schaffen oder liegen bleiben. Aufgeben war keine Option. DNF (Did not finish) keine Option. Also Augen zu und durch.

Die ersten Kilometer waren schnell gelaufen und ich musste mich ab und zu zurück nehmen. Ich hatte mir ja vorgenommen, ich schaffe den Marathon in 4:45. Top wäre wenn ich den in 4:30 schaffen würde. Also musste ich ungefähr eine Pace von 6:25 halten. Und da ich zwischenzeitig bei einer Pace von 3:45 – 4:50 war musste ich mich bremsen. Immer mit dem Hintergedanken da kommen noch ein paar Kilometer. Lass Dich nicht anstecken von den anderen Läufern. Die siehst Du wieder. Deswegen runter vom Tempo.

Was mir sehr geholfen hat bei diesem Marathon war der Tipp von Norman Bücher (Buchtipp: Extrem die Macht des Willens). Ich laufe keine 42,195 Kilometer. Sondern 8 x 5 Kilometer plus 2,195 Kilometer. So erschien mir die Strecke nicht unschaffbar. Mein Kopf konnte das einfacher verarbeiten, als die Gesamtstrecke. Was sind schon 5 Kilometer?

Und so habe ich die Kilometer runter gezählt und den Lauf wirklich genossen. Ich habe mir beim Laufen Frankfurt angeschaut, habe das Wetter genossen und bin einfach gelaufen. Und ob Ihr es glaubt oder nicht. Das hat wirklich Spaß gemacht. Ich glaube auch das ist der Trick. Mann muss es einfach nur genießen. Es nicht als Anstrengung sehen.

Dann kam ich bei der Halbmarathon Messstrecke an und war total glücklich, es schon bis hierher geschafft zu haben. Nur noch mal die gleiche Strecke. Dann hab ich es gepackt.

Bei Kilometer 30 hatte ich Angst. Angst vor dem berühmten Mann mit dem Hammer, aber er blieb aus. Hab dann noch mit ein, zwei Läufern gesprochen, wir haben uns gegenseitig aufgemuntert, das es nicht mehr weit ist. Gleich sind wir da. Ziel konnte man ja schon sehen. Und so weiter.

Mehr und mehr konnte ich dann die ersten Ausfälle beobachten. Läufer mit Krämpfen oder Leute die dann angefangen haben zu gehen. Diesen Leuten verdanke ich einiges. Die haben mich animiert immer weiter zu laufen. Denn gehen war auch keine Option. Also habe ich mir immer die Geher als Ziel genommen und die überholt. Und so ging es dann auf die letzten Kilometer.

Ich kann euch sagen, ab Kilometer 40 war es nur noch die Hölle für mich. Ich wollte nur noch ins Ziel, ich wollte fertig sein. Meine Knie fingen an richtig weh zu tun, mein linkes Bein machte Anstalten zu krampfen. Was es Gott sei Dank nicht getan hat. Und ich hatte echt genug. Noch nie waren 2,195 Kilometer soooooo unendlich lang. Und dann kam es, ich konnte es erkennen. Da war der Zielbogen. Nicht mehr weit. Kilometer 41. Oh Mann! Nur noch 1,195 Kilometer. Die Menschen um mich herum haben jeden einzelnen angefeuert. Das war unglaublich. Ich war auf einmal so unglaublich gerührt. Ich schaffe das! Marathon! 42,195 Kilometer! Dann das 42 Kilometer Schild! Einlauf in die Festhalle!  Cheerleader! Tobende Massen!

Und dann war ich im Ziel!

Dieses Gefühl ist unbeschreiblich. Jetzt wo ich das schreibe, versuche ich die passenden Worte zu finden. Ich habe einen Marathon geschafft! Einen MARATHON!!!!!!!

Im Ziel habe ich dann erst einmal den Usain Bolt gemacht! Ich fühlte mich wie Usain Bolt der Langstrecke!!!!

Dieses Gefühl hat mich echt überwältigt. Ich kann es immer noch nicht fassen. Ich denke ich werde auch noch etwas brauchen um das zu verarbeiten. Aber das wichtigste kam noch….. Die Medaille 😀

Die habe ich mir dann natürlich direkt geholt, umgebunden und geküsst. 😀

Ich kann nur jedem der mal mit dem Gedanken gespielt hat, einen Marathon zu laufen, es unbedingt zu probieren. Dieses Gefühl durch’s  Ziel zu laufen ist einzigartig. So etwas vergisst man nie……..

Extrem: Die Macht des Willens

Kopf besiegt Körper

166 Kilometer und 9.400 Höhenmeter Nonstop überwindet Norman Bücher bei einem der anspruchsvollsten Extremläufe der Welt um den Mont-Blanc.
In 14 Tagen durchquert er die Atacama Wüste in Chile zu Fuß und legt dabei 600 Kilometer und 6.000 Höhenmeter zurück.
Im Oktober 2010 nimmt Norman Bücher am 222 Kilometer langen Etappenrennen durch den brasilianischen Dschungel teil dem gefährlichsten Abenteuerlauf der Welt.
Allein mit körperlicher Fitness sind diese extremen Herausforderungen nicht zu schaffen. Nur die Macht des Willens macht diese enorme Leistung möglich.

So lautet die Beschreibung des Buches. Da ich mich mehr und mehr mit dem Training für den IRONMAN 2013 in Frankfurt auseinander setze, kommen mir natürlich auch so einige Gedanken wie zum Beispiel, werde ich das schaffen, hast Du Dir nicht zuviel zugemutet, macht Dein Körper das überhaupt mit usw. Und so bin ich dann auch mal auf die Suche gegangen um mal zu sehen, wie andere sich motivieren oder was man tun kann, damit diese Gedanken in den Hintergrund gestellt werden.

Dabei kann ich dann auf das Thema Mentaltraining im Sport.

Was hat das alles mit dem Buch zu tun? Also der Herr Bücher ist Extremsportler und Vortragsredner, wie er in seinem Buch immer gerne herausstellt. Und berichtet in seinem Buch sehr anschaulich dargestellt, wie er es immer wieder schafft, seinen Arsch hoch zu kriegen um auch nach einem langen Vortragstag, noch sein gewaltiges Trainingspensum zu bewältigen.

In seinem Buch erzählt er viel darüber, wie er sich motiviert, worauf man achten soll und wie man eine positive Grundeinstellung bekommt. Dabei schlägt er auch immer sehr praktische Bögen in andere Bereiche, beruflich oder privat. Er will keinen Asketen aus einem machen oder Extremsportler, sondern mit seinen Tipps Hilfen geben, wie man sich mit der Macht seines Willens alles erfüllen kann, wenn man es wirklich will. Dabei bekommt man natürlich auch vielleicht schon Tipps, die man in anderen Motivationsbüchern schon mal gelesen hat, wie zum Beispiel seine Komfortzone zu verlassen usw. Aber der Herr Bücher macht das auf eine sehr sympathische Art.

Weiterhin und das ist meine persönliche Meinung, finde ich es sehr schön zu lesen, wie er seine gewaltigen Laufabenteuer bewältigt. Er beschreibt das sehr bildhaft und mit etwas Fantasie befindet man sich Ruckzuck am Mont-Blanc 😀

Mein Fazit zu dem Buch: Absolut lesenswert.

Wer sich also auch schon mal Fragen zum Mentaltraining im Sport gestellt hat, oder einfach nur mal wissen will, wie ein Extremsportler sich motiviert um seinen Kopf auf diese unvollstellbaren Strecken zu fokussieren, dem kann ich das Buch auf jedenfall ans Herz legen.

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Extrem: Die Macht des Willens

Laufen auf Geschäftsreise Part II

oder…. wie mein Garmin mir aus der Not hilft

 

Und wieder einmal war ich unterwegs auf einer Geschäftsreise. Dieses Mal ging es nach Thüringen. Ich kann euch sagen, eine sehr schöne Gegend zum laufen. Mein Marathontraining hat von mir verlangt, das ich mal wieder einen entspannten GA I Lauf von 50 – 75 Minuten mit drei Steigerungsläufen machen soll. Gesagt, getan. Nach dem ersten Tag Schulung ging es dann raus in die wilde Natur.

Ich hatte ja schon gesehen, das dort ein paar Steigungen existieren, aber diese Steigungen haben es echt in sich gehabt. Nach den ersten 500 Metern dachte ich mir, oh Mann, wie soll ich da in einem entspannten Pulsbereich bleiben? Es ging wirklich brutal bergauf und ich hab schon eine sehr kurze Strecke vor mir gesehen.

 

Endlich nach der ersten Steigung oben angekommen, kam ich diesen netten Tierchen hier vorbei. Was die sich wohl gedacht haben, als ich da schnaufend an den vorbei gelaufen bin. Dann ging es erst einmal recht flach weiter und ich konnte meinen Puls endlich wieder etwas runter kriegen. Aber das war auch nur von kurzer Dauer, weil anschließend kam wieder eine Steigung und ich habe dann überlegt, das es vielleicht sinnvoll ist, meinen Pulsalarm auszuschalten. Sonst würde ich noch die Ruhe des Waldes stören. 😀

Am Ende des Weges musste ich mich dann entscheiden, laufe ich rechts weiter, wo es bergab ging, oder laufe ich links weiter, wo es bergauf ging. Motiviert wie ich war, habe ich natürlich den bergauf Weg gewählt. Irgendwie muss ich ja fit werden für den Frankfurt Marathon. Also auf auf und weiter gehts. Nachdem ich wieder oben angekommen war, ging es auch wieder bergab und auf so’n alten Panzertrack oder so. War nicht so angenehm auf diesem Weg zu laufen. Gott sei Dank war dieser Weg recht schnell vorbei und es ging auf einen Schotterweg.

Triathlon Anfänger Trainingsplan gesucht?

Da ich bei dem GA I auch noch ein paar Übungen aus dem Lauf-ABC machen musste, habe ich das dann natürlich auch noch erledigt. Also Skipping, Anfersen, Seitwärtslaufen, Kniehub usw. Ich kann euch sagen, bergauf ist das ECHT anstrengend, aber schaffbar.

Dann ging es weiter durch den schönen Wald und nach ca. 35 Minuten habe ich mir dann gedacht, jetzt läufste noch mal so ein paar Minuten und dann drehste Du entweder um oder läufst um den Berg zurück zum Hotel.

So war der Plan. 😀

Leider hatten meine navigatorischen Fähigkeiten wohl an diesem Tag Urlaub und ich habe mich dann erst einmal ordentlich verlaufen. Bin dann irgendwann eine Almhöhe hochgelaufen und dann wieder runter und ab da wurd es abenteuerlich.

Ich konnte mich entscheiden, zwischen links nach oben oder rechts nach unten laufen. Da ich ja auf dem Rückweg war dachte ich mir mal das ich rechts runter laufe und dann komm ich sicher auf den Weg wo ich her kam. Wie gesagt…. gedacht.

Die ersten Meter konnte ich den Waldweg noch laufen, aber ab dann wurde es „etwas“ matschig. Ich bin wohl auf einem Weg angekommen wo gerade Bäume gefällt wurden und da waren dann die Furchen von der Transportmaschine die, die Bäume abtransportiert hat. Naja, Furchen? Das waren schon Krater! Und wie heißt es so schön… Auf dem Weg musste ich über Stock und Stein, so das es manchmal nicht mehr möglich war zu laufen.

Zwischendurch lagen da gefällte Baume auf dem Weg wo ich dann drüber klettern musste. Da habe ich mir schon gedacht, oh mann wo bin ich jetzt gelandet. Das schlimmste daran war, der Weg fand einfach kein Ende, also musste ich erst einmal gehend, springender Weise über diesen Weg huschen. 😀

Aber dann kam der Lichtblick. Ich habe das Transportungetüm gefunden das verantwortlich war für diese Furchen. Also musste auch irgendwo ein Weg sein, wo man wieder richtig laufen konnte. Und richtig…. Ca. 50 Meter weiter war ein Ausgang und da war dann auch wieder ein Weg. 😀

Mittlerweile war es schon 17:45 Uhr und das bedeutet, gleich würde es dann auch irgendwann mal dunkel werden. Aber….. wo war ich? Das war nicht der Weg den ich kannte. Nichts was so aussah wo ich schon mal gewesen bin. :O Ich bin dann erst einmal ein Stück den Schotterweg runter gelaufen und habe nach Wegweisern gesucht. Zum Glück habe ich auch welche gefunden. Nachteil war nur… ich kannte nicht einen Ort auf den Schildern. Also erst einmal weiter, den Weg entlang laufen. Irgendwo muss doch was sein, was ich kenne.

Auf meinem Weg habe ich dann so langsam gedacht, verdammt, wie erklärst Du jemanden wo Du Dich befindest, wenn Du keine Ahnung hast wo Du bist. Dabei kamen mir Gedanken in den Kopf, das ich mit meinem Handy die GPS-Daten herausbekomme und die dann weitergebe. Oder ich lass mich vom ADAC orten.  Oder vielleicht kennt jemand diesen Baum!? 😀

Naja, was soll ich sagen. Wie ich dann so daher lief und mich schon in einem selbstgebasteltem Zelt übernachten sah, ist mir eingefallen, wart mal, Deine Uhr kann doch auch navigieren. Schnell ins Navigationsmenü geguckt und da war sie…. die Funktion die mich wieder nach Hause bringt „ZURÜCK ZUM START“

Diese Funktion strahlte wie der hellste Stern aus meinem Forerunner und ich war überglücklich. Das war mein Weg heim. Okay, zugegeben, ich musste erst einmal kapieren was der von mir wollte, aber als ich dann die passende Menütaste gefunden hatte und gesehen habe, wieviel Kilometer bis zum Start, da konnte ich dann endlich wieder nach Hause.

Schön daran ist, immer wenn Du Dich in der Nähe einer Kreuzung befindest, dann meldet sich der Garmin und sagt „Annäherung an“. Und dann zeigt der digitale Kompass in die Richtung, wo Du hin musst.

So bin ich dann nach insgesamt 14,5 Kilometern bergauf, bergab endlich am Startpunkt angekommen und konnte dann endlich duschen.  Und wieder habe ich festgestellt wie sehr ich doch meinen Garmin 305 mag 😀