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BMW Frankfurt Marathon 2012

28.10.2012, 07:00 Uhr

Ein schöner Sonntagmorgen. Der Blick aus Hotelzimmerfenster verspricht das dies ein schöner Tag werden muss. Die Sonne scheint, keine Wolke am Himmel. Was kann es besseres geben? Aber halt! Da war noch was. Ach ja. Ich bin ja nicht zum Vergnügen hier, sondern um in Frankfurt meine Medaille für den gelaufenen Marathon abzuholen. Das Problem daran, zwischen mir und der Medaille liegen noch 42195 Meter. In Worten, Zweiundvierzigtausendeinhundertfünfundneunzig Meter. Das ist ungefähr einmal von Warendorf nach Telgte und zurück.  Zu Fuß! Joggender weise. Wie kam ich noch mal auf diese Schnapsidee?

Naja, zurück zum Thema. Da war ich nun. Samstag angereist um dann in mein Hotel einzukehren. Ich bin im Meininger Hotel gewesen. Ganz in der Nähe vom Messegelände. Also sehr gut gelegen und das Hotel war auch vollkommen in Ordnung. Ich brauchte ja auch nur ein Bett um am nächsten Tag frisch zu sein. Hatte keine Lust, morgens nach Frankfurt zu fahren. Viel zu weit. Und hätte meiner Nervosität bestimmt auch nicht gut getan.

In Frankfurt angekommen, bin ich dann auch nach dem Check-in direkt rüber gegangen zum Messegelände um meine Startunterlagen zu holen. Als ich mich dann endlich zu Recht gefunden hatte, habe ich meine Unterlagen auch recht zügig bekommen. Alles nach Startnummern aufgeteilt, kein langes Warten.  Das war schön und so hatte ich auch noch Zeit etwas über die Messe zu schlendern. MEIN GOTT war das voll. Ich bin dann noch ca. eine Stunde über das Messegelände geschlendert und habe mich dann auf den Weg zurück zum Hotel gemacht. Musste ja noch eine kleine Runde drehen.

Zurück im Hotel, schnell in die Laufklamotten geschmissen und noch eine kleine Muskel-geschmeidig-halten-Runde gemacht. Laut Trainingsplan sollte ich noch eine kleine GA I Runde von 20 -25 Minuten machen. Gesagt, getan. Das war echt ganz schön, noch ein bisschen zu laufen. So konnte ich die Autofahrt verarbeiten, konnte mich noch mal auf den folgenden Tag vorbereiten und so langsam kam ich auch in Stimmung das Abenteuer Marathon zu bewältigen. Ich fühlte mich echt gut. Hatte das Gefühl, jau…. das kannst Du echt packen.

Nach der kleinen Runde bin ich schnell unter die Dusche um dann noch schnell zu schauen, wo ich noch meine Dosis Kohlenhydrate in Form von Nudeln her bekommen konnte. Gut das das Personal im Meininger Hotel sich auskannte und mir dann einen netten Asia Imbiss empfohlen hat. Das MoschMosch. Lag 500 Meter vom Hotel, also zack rüber und eine große Portion gebratene Nudeln mit Hähnchen bestellt. Und ich kann euch sagen. Die Portion war echt groß und echt lecker. Als Nachtisch gab es dann noch Kohlenhydrate Banane im Teigmantel mit Honig.

Voll gefuttert  ab ins Hotel, alles vorbereitet und dann ging es ins Bett. Die Nacht war ganz okay. Wie eine Nacht sein kann, wenn man weiß was einen am nächsten Tag erwartet.

Und dann war er da. Der Marathon Sonntag.  Wie oben schon geschrieben, Wetter war echt schick. Kalt (2 Grad) aber sonnig. Was will man mehr. Also rein in die Klamotten, die erste Portion Chiasamen Gel getankt  und ab zum Frühstück. Schnell was gegessen und dann die Sachen die ich nicht mehr brauchte zum Auto gebracht.

Als alles verstaut war, bin ich rüber zum Messegelände. Ich kann gar nicht beschreiben, wie das Gefühl war. Anspannung, Nervosität, Aufregung, Angst, Zweifel. So ein reiner Gefühlscocktail. Was ist wenn ich es nicht schaffe? Du schaffst das! Und was ist, wenn ich einen Krampf habe? Funktioniert die Zeitnahme auch mit Chipband? Tausende Fragen. Aber jetzt war es zu spät. Jetzt war ich schon mal da. Umdrehen wäre jetzt auch blöd. Auf dem Gelände angekommen, habe ich meine Sachen im Kleiderbeutel verstaut und dann abgegeben.

Auf zum Start. Aber wart mal. Wo ist der Start??? Das kann ich euch als Tipp mitgeben, sucht euch vorher den Weg zum Start. Ihr spart euch echt Nerven. Da das Messegelände ja nicht gerade klein ist, habe ich einfach versucht mich an der Masse zu orientieren und habe dann auch irgendwann den Start gefunden.

VERDAMMT!

Wie viele Leute da waren. Unglaublich. Aus den Lautsprechern kam die Ansage, ausgebucht …. 16038 Teilnehmer…. Hammer. Die wollen alle gleich starten. Jetzt konnte ich auch verstehen warum in 3 Wellen gestartet wurde.

Ich musste bis zum Ende der Startblöcke, da ich neu war und eine Zeit (4:45) angegeben hatte, die  mich im letzten Block qualifizierte. Also ab nach hinten und etwas warm laufen. Das war auch bitter nötig, denn es war echt kalt. 2 Grad und bei uns im Startblock ging ein zügiger Wind. Deswegen bin ich erst einmal Straße rauf, Straße runter gelaufen, bis ich warm war.

Und dann ging alles recht schnell. 10:00 Uhr die Elite startet…..

10:10 Uhr die nächste Welle…..

10:20 Uhr……. das war mein Start…………….

Unglaublich….

8 Wochen Training, reicht das? Kommst Du an? Die ersten Schritte gemacht….. Pulsuhr gestartet nachdem ich durch einen Torbogen gelaufen war….. Doof war nur das das der Startbereich für den Minimarathon war. Gut war, das mir ein Helfer das noch gesagt hat. :D

Also Pulsuhr noch einmal schnell resettet und dann kam ich am richtigen Start an. Und dann war ich auf dem Weg.

Jetzt gab es kein Zurück mehr. 42195 Meter zu laufen. Umkehren unmöglich. Jetzt galt es. Schaffen oder liegen bleiben. Aufgeben war keine Option. DNF (Did not finish) keine Option. Also Augen zu und durch.

Die ersten Kilometer waren schnell gelaufen und ich musste mich ab und zu zurück nehmen. Ich hatte mir ja vorgenommen, ich schaffe den Marathon in 4:45. Top wäre wenn ich den in 4:30 schaffen würde. Also musste ich ungefähr eine Pace von 6:25 halten. Und da ich zwischenzeitig bei einer Pace von 3:45 – 4:50 war musste ich mich bremsen. Immer mit dem Hintergedanken da kommen noch ein paar Kilometer. Lass Dich nicht anstecken von den anderen Läufern. Die siehst Du wieder. Deswegen runter vom Tempo.

Was mir sehr geholfen hat bei diesem Marathon war der Tipp von Norman Bücher (Buchtipp: Extrem die Macht des Willens). Ich laufe keine 42,195 Kilometer. Sondern 8 x 5 Kilometer plus 2,195 Kilometer. So erschien mir die Strecke nicht unschaffbar. Mein Kopf konnte das einfacher verarbeiten, als die Gesamtstrecke. Was sind schon 5 Kilometer?

Und so habe ich die Kilometer runter gezählt und den Lauf wirklich genossen. Ich habe mir beim Laufen Frankfurt angeschaut, habe das Wetter genossen und bin einfach gelaufen. Und ob Ihr es glaubt oder nicht. Das hat wirklich Spaß gemacht. Ich glaube auch das ist der Trick. Mann muss es einfach nur genießen. Es nicht als Anstrengung sehen.

Dann kam ich bei der Halbmarathon Messstrecke an und war total glücklich, es schon bis hierher geschafft zu haben. Nur noch mal die gleiche Strecke. Dann hab ich es gepackt.

Bei Kilometer 30 hatte ich Angst. Angst vor dem berühmten Mann mit dem Hammer, aber er blieb aus. Hab dann noch mit ein, zwei Läufern gesprochen, wir haben uns gegenseitig aufgemuntert, das es nicht mehr weit ist. Gleich sind wir da. Ziel konnte man ja schon sehen. Und so weiter.

Mehr und mehr konnte ich dann die ersten Ausfälle beobachten. Läufer mit Krämpfen oder Leute die dann angefangen haben zu gehen. Diesen Leuten verdanke ich einiges. Die haben mich animiert immer weiter zu laufen. Denn gehen war auch keine Option. Also habe ich mir immer die Geher als Ziel genommen und die überholt. Und so ging es dann auf die letzten Kilometer.

Ich kann euch sagen, ab Kilometer 40 war es nur noch die Hölle für mich. Ich wollte nur noch ins Ziel, ich wollte fertig sein. Meine Knie fingen an richtig weh zu tun, mein linkes Bein machte Anstalten zu krampfen. Was es Gott sei Dank nicht getan hat. Und ich hatte echt genug. Noch nie waren 2,195 Kilometer soooooo unendlich lang. Und dann kam es, ich konnte es erkennen. Da war der Zielbogen. Nicht mehr weit. Kilometer 41. Oh Mann! Nur noch 1,195 Kilometer. Die Menschen um mich herum haben jeden einzelnen angefeuert. Das war unglaublich. Ich war auf einmal so unglaublich gerührt. Ich schaffe das! Marathon! 42,195 Kilometer! Dann das 42 Kilometer Schild! Einlauf in die Festhalle!  Cheerleader! Tobende Massen!

Und dann war ich im Ziel!

Dieses Gefühl ist unbeschreiblich. Jetzt wo ich das schreibe, versuche ich die passenden Worte zu finden. Ich habe einen Marathon geschafft! Einen MARATHON!!!!!!!

Im Ziel habe ich dann erst einmal den Usain Bolt gemacht! Ich fühlte mich wie Usain Bolt der Langstrecke!!!!

Dieses Gefühl hat mich echt überwältigt. Ich kann es immer noch nicht fassen. Ich denke ich werde auch noch etwas brauchen um das zu verarbeiten. Aber das wichtigste kam noch….. Die Medaille :D

Die habe ich mir dann natürlich direkt geholt, umgebunden und geküsst. :D

Ich kann nur jedem der mal mit dem Gedanken gespielt hat, einen Marathon zu laufen, es unbedingt zu probieren. Dieses Gefühl durch’s  Ziel zu laufen ist einzigartig. So etwas vergisst man nie……..

Dextro Energy Triathlon 2012 Hamburg

22. Juli 2012 Dieses Datum….. Das werde ich wohl erstmal nicht mehr so schnell vergessen. Endlich war das Wochenende gekommen, wo ich meine erste olympische Distanz starten wollte. Und ich kann euch vorab schon sagen, ich hab es getan. Aber eins nach dem anderen.

Freitag, 20.07.2012

Bis mittags war ich auf der Arbeit und bin dann schnell nach Hause gefahren, damit wir uns auf den Weg nach Hamburg machen konnten. Wir hatten das Motel One am Michel gebucht. Vorsichtshalber haben wir das von Freitag bis Sonntag gebucht, damit wir erst einmal entspannt ankommen konnten und weil das vom Hotel wegen irgendwelcher Kontingente vorgeschrieben war.

Das heißt wir hatten erst einmal einen freien Abend und konnten erst einmal Hamburg erkunden. Da wir eh hungrig waren von der Fahrt, sind wir dann auch los und hatten das Glück das in Hamburg die Dom Kirmes war. Also konnten wir über die Kirmes und uns da mit Putenspießen versorgen. Nach dem Essen, sind wir noch kurz über die Reeperbahn geschlendert, haben uns etwas dort umgesehen und dann sind wir zurück ins Hotel. In der Lobby haben wir uns dann noch 1-2 Bier getrunken und sind dann in die Zimmer gegangen.

10€ Gutschein bei Lauf-Bar

 Samstag, 21.07.2012

Morgens aufgestanden, sind wir dann erst einmal zum Frühstück gegangen und haben uns dann erst einmal am Buffet bedient. Es war alles vorhanden was man braucht um einen guten Start in den Tag zu haben. Obstsalat, Quark und Kaffee. Ein Gewinnerfrühstück. Als wir das Frühstück abgeschlossen hatten, haben wir uns auf den Weg gemacht um uns unsere Startunterlagen zu besorgen. Das Ganze war sehr gut organisiert, man musste nicht lange auf seine Unterlagen warten. Lag vielleicht auch daran, das wir recht früh da waren.

Um die Zeit rum zu bekommen, sind wir dann erst einmal weiter und haben uns die Messe angesehen, haben uns mit einer Frau von Lemonsports.com unterhalten und einen Hoody rausgeleiert. Oder besser gesagt, wir haben mit Ihr gesprochen und bekommen hoffentlich einen. :D

Nachdem wir so durch die Messestände gegangen sind, haben wir uns aufgemacht, noch eine entspannte Runde mit dem Rad zu fahren. Wir sind dann ca. 40 Minuten durch Hamburg gefahren und dann wieder zurück zum Hotel, weil wir uns ja den Start der Elite auf der Sprintdistanz, anschauen wollten.

Fix frisch gemacht, haben wir uns dann auch wieder auf den Weg gemacht um noch einen guten Platz beim Start zu bekommen um zu sehen, wie die Profis starten. Das ist schon beeindruckend wenn die los legen. Kaum war der Start erfolgt, sind wir fix rüber zur Wechselzone um zu sehen, wie die Elite aus dem Wasser kommt und dann aufs Rad steigt. Und was soll ich sagen? Das ist der absolute Wahnsinn, wie die aus dem Wasser kommen und Sekunden später schon auf dem Rad sitzen. So schnell will ich auch Wechseln können. :D

Nachdem die dann mit dem Rad ein paar Mal an uns vorbei geschossen sind, kam dann noch der Wechsel zum Lauf und der war natürlich genauso schnell. Am Ende hat dann Richard Murray mit einer beeindruckenden Zeit von 00:51:48 das Rennen für sich entschieden. Als Zweiter kam Javier Gomez ins Ziel und auf Platz Drei ist der Deutsche Steffen Justus gelandet. Es ist auf jeden Fall großartig mit anzusehen, wie Profis da durch fliegen.

Als die Profis fertig waren, haben wir noch etwas im Alex gegessen und sind dann auch wieder zurück zum Hotel weil ja morgen unser Start war.

 

WechselzoneSonntag, 22.07.2012

Und da war er. Der große Tag. Erstaunlicherweise habe ich verdammt gut geschlafen. Die Tage vorher war ich so extrem nervös, das ich kaum geschlafen habe und die Nacht vor dem Wettkampf schlafe ich wie ein Baby. Verrückt :D

Um 06:30 Uhr sind wir dann zum Frühstück gegangen und haben uns wieder ein Gewinnerfrühstück rein gezogen. Quark mit Obstsalat und Müsli. Und natürlich Kaffee. Mehr ging aber auch nicht rein. Mein Magen wollte nichts aufnehmen. Lag vielleicht auch etwas an der Aufregung.

Dann sind wir ab ins Zimmer, haben die Sachen gepackt und sind dann los zur Alster wo der Schwimmstart dann war. Ihr könnt euch nicht vorstellen wie aufgeregt ich war. Tausend Gedanken sind mir durch den Kopf geschossen. Schaffe ich das, wie wird das schwimmen sein, kriege ich den Neoprenanzug aus, wie wird der Wechsel, halten die Beine… Und dann ging alles wie im Fluge.

Räder einchecken, Wechselzone einprägen, Platz vorbereiten. In Hamburg muss man darauf achten, das die Sachen alle in einer „Postbox“ landen. Also muss man da schon die Reihenfolge, wie man die Klamotten benötigt, schon durchdenken und die Sachen in die vorbereitete Kiste legen.
Als Tipp kann ich euch mitgeben, nehmt Euch irgendwie Schlappen oder ähnliches mit wenn Ihr zum Schwimmstart geht. Das kann schon mal ein Stück sein, wenn Euer Rad etwas weiter weg steht. Nichts wäre schlimmer, als wenn man nicht starten kann, weil man vorher in eine Scherbe oder ähnliches reingetreteten ist.

Dann haben wir unsere Klamotten, die wir nicht in der Wechselzone benötigt haben, in die Kleiderbeutel gepackt und sind zum Startbereich gegangen. Wir hatten noch etwas Zeit und haben uns die Startgruppen vor uns angesehen.

Umso näher unser Start kam, umso aufgeregter wurde ich. Das hat sich dann auch bemerkbar gemacht, als ich meinen Neo anziehen wollte. Den habe ich erst einmal verkehrt herum angezogen. :D  Das sorgte dann erst einmal für Gelächter. Nachdem wir uns umgezogen haben, haben wir die restlichen Klamotten zu den Zelten gebracht wo die Bekleidungsbeutel gesammelt worden sind.

Auch hier hat sich meine Nervosität wieder einmal gezeigt, weil ich meine Schwimmbrille wie ein Irrer gesucht habe. Dabei hatte ich die vorsichtshalber schon um meinen Hals gehängt. Oh Mann! Wie sollte dann der Start laufen. Nicht das ich in die verkehrte Richtung schwimme. Jetzt standen wir da, nur noch eine Gruppe vor uns…. Und dann ging es in die Startzone. Den blauen Teppich runter und ab zum Wasser. Da konnten wir sehen wie die Gruppe vor uns startet….

Fortsetzung im nächsten Blogeintrag: Schwimmen beim Dextro Energy Triathlon 2012